„Therapie und Sicherheit gehören zusammen“
SPD-Landtagskandidat Dominik Bems besucht Forensik in Hörstel
Hörstel-Dreierwalde. Wie der Maßregelvollzug Sicherheit und erfolgreiche Therapie miteinander verbindet, stand im Mittelpunkt eines Besuchs des SPD-Landtagskandidaten Dominik Bems im LWL-Therapiezentrum für Forensische Psychiatrie Münsterland in Hörstel. Begleitet wurde er von Mitgliedern der LWLSPD-Fraktion in der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe sowie Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitikern aus Hörstel. Empfangen wurde er vom LWL-Maßregelvollzugsdezernenten Tilmann Hollweg.
„Eine forensische Psychiatrie ist kein Gefängnis. Im Maßregelvollzug geht es nicht um Strafe, sondern um Besserung und Sicherung“, erklärte LWL-Maßregelvollzugsdezernent Tilmann Hollweg. Behandelt werden hier Menschen, bei denen eine psychische Erkrankung oder Suchterkrankung in Zusammenhang mit einer Straftat steht. Eine Unterbringung bedeutet dabei keineswegs eine schnellere Rückkehr in die Gesellschaft. Insbesondere bei einer Unterbringung aufgrund einer psychischen Erkrankung gibt es kein festes Entlassungsdatum.
Beim Rundgang erhielten die Gäste Einblicke in die unterschiedlichen Therapieangebote. Neben psychiatrischer und psychotherapeutischer Behandlung gehören handwerkliche Tätigkeiten, Gartenarbeit, Kochen und weitere Angebote zur Tagesstruktur dazu. Abhängig vom Therapiefortschritt und einer sorgfältigen Risikobewertung können schrittweise Lockerungen erfolgen. Ziel ist es, Patienten langfristig auf ein möglichst eigenständiges und straffreies Leben vorzubereiten. Während des Rundgangs konnte Bems auch ins Gespräch mit den Patienten kommen.
„In Hörstel ist eine moderne Einrichtung entstanden, in der hochprofessionelle Arbeit geleistet wird. Gleichzeitig ist es gelungen, Stadt, Politik sowie Bürgerinnen und Bürger frühzeitig einzubinden. Diese Offenheit und der kontinuierliche Austausch sind ein wichtiger Grund für die hohe Akzeptanz vor Ort“, betonte der Vorsitzende der LWLSPD-Fraktion Karsten Koch.
Für Bems hat der Besuch auch eine klare landespolitische Dimension: „Forensische Psychiatrien sind unverzichtbar. Sie schützen die Gesellschaft und schaffen durch Therapie die Chance, weitere Straftaten zu verhindern. Die Beschäftigten in Hörstel leisten dafür jeden Tag eine anspruchsvolle und wichtige Arbeit.“ Gleichzeitig stoße der Maßregelvollzug in NRW zunehmend an Kapazitätsgrenzen. „Das Land muss dafür sorgen, dass ausreichend Plätze und Personal zur Verfügung stehen. Wenn Kapazitäten fehlen, geraten Beschäftigte, Patientinnen und Patienten und letztlich das gesamte System unter Druck. Hier muss NRW weiter investieren und den notwendigen Ausbau konsequent vorantreiben.“
Für Bems ist Hörstel deshalb auch über die Region hinaus ein wichtiges Beispiel: „Sicherheit und Therapie gehören zusammen. Erfolgreiche Behandlung hilft dabei, neue Straftaten zu verhindern. Gleichzeitig zeigt Hörstel, wie wichtig es ist, die Menschen vor Ort von Anfang an mitzunehmen und offen über den Maßregelvollzug zu informieren.“
